Vereinschronik der Feuerwehr Mehlmeisel e.V.

Die Freiwillige Feuerwehr Mehlmeisel wurde am 11. August 1878 von einer kleinen Anzahl beherzter Männer gegründet. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern zählten:

Daubner Max, Unterlind

Ehlich Michael, Fischlohe

Gottsmann Max, Unterlind

Kastner Josef, Mehlmeisel

Kuhbandner Johann, Unterlind

Kern Josef, Mehlmeisel

Pscherer Michael, Mehlmeisel

Prechtl Georg, Mehlmeisel

Prechtl Adolf, Mehlmeisel

Popp Josef, Mehlmeisel

Schinner Josef, Unterlind


Getreu ihrem Wahlspruch:

In Gottes Namen allezeit – selbstlos, treu und hilfsbereit“,

und mit viel Idealismus und Nächstenliebe ging dieses kleine Häuflein Unentwegter ans Werk. Unter dem 1. Hauptmann Johann Prechtl begann die schwere, mühsame Aufbauarbeit, denn technische Hilfsmittel standen den Männern in der Gründerzeit noch nicht zur Verfügung.

Erst einige Jahre später wurde eine Handspritze angeschafft. Durch großzügige Hilfe der Gemeinde und zahlreicher Spenden aus der Bevölkerung war es möglich, dass weitere Ausrüstung angeschafft und die Aktiven der Wehr uniformiert werden konnten.

Die zahlreichen Übungen weckten reges Interesse bei der Bevölkerung, besonders aber bei den jungen Leuten. Man freute sich immer wieder, wenn der Hornist die Aktiven zur Übung rief. Die Freiwillige Feuerwehr zählte damals 75 Mitglieder, wobei sich 55 Mitglieder zum aktiven Dienst entschlossen hatten. So wurde 1878 eine „Feuerwehrspritze“ angekauft.

Außerdem umfaßte das Requisitenverzeichnis unter anderem:

130 m Schlauchmaterial:

40 m im Jahr 1878 angekauft (Vermerk sehr schlecht)

30 m im Jahr 1888 angekauft (Verm. nicht recht gut)

60 m im Jahr 1893 angekauft (Verm. sehr gut)

57 Joppen (1890 und 1894 gekauft a`9 M“)

52 Helme und Gurte

13 Beile ausgeteilt an die Steiger

3 Hörner und 2 Signalpfeifen

Überlieferung zu folge, erbrachte die Wehr am 11.Juli 1896 in Unterlind, bei einen Brand von 14 Uhr bis 16 Uhr die erste Hilfeleistung.

Ein tragisches Unglück ereignete sich zwischen den Jahren 1896 / 1897. Bei einen Einsatz verunglückte der Steiger Michael Hautmann tödlich.

Am 12.März 1900 traten die Feuerwehrmänner aus Unterlind aus der Wehr aus.

Selbstverständlich kamen auch die Festlichkeiten nicht zu kurz.

So feierte man 1903 das 25-jährige Jubiläum (damaliger Mitgliederstand: 97 Wehrmänner).

Am 31.Mai 1926 wurde in Mehlmeisel eine Pflichtfeuerwehr eingeführt. Diese gliederte sich in Steigerzug, Spritzenzug und Ordnungsmannschaft. Die passiven Mitglieder, soweit sie nicht dienstuntauglich waren, bezahlten einen Beitrag in Höhe von 1 Mark.

1928 wurde das 50-jährige Gründungsfest gefeiert

Auch während der beiden Weltkriege war die Wehr aktiv. Besonders die älteren Mitglieder hatten sich in den Kriegsjahren mit Eifer und Hingabe für den Feuerschutz eingesetzt.

Vom 7. bis 9. Juli 1956 wurde das 75-jährige Stiftungsfest, in Verbindung mit dem Kreisfeuerwehrtag abgehalten (damaliger Landkreis Kemnath).

1961 wurde die Vereinsfahne angeschafft und so stand das Jahr 1961 ganz im Zeichen der Fahnenweihe.

Fahnenbraut: Renate Krebs

Begleiterinnen: Gerda Kastner und Sigrid Pscherer


Fahnenjunker: Manfred Pscherer

Begleiter: Max Prechtl und Alfons Prechtl


Festdamen: Maria Pscherer, Paula Glaser

Erika König Gerda Völkl

Anni Thiel Hildegard Geisler

Christl Schwarz Cilli Lehnert


Im Jahr 1963 hielt die Motorisierung und Technisierung Einzug in die Feuerwehr. So wurde ein TSF der Marke Ford Transit angeschafft.

1966 wurde zum ersten Mal der Bau eines neuen Feuerwehrhauses erwogen, und im darauffolgenden Jahr der Plan eingereicht. Doch galt es noch viele Steine aus dem Weg zu räumen, bis mit dem Bau begonnen werden konnte.

Vom 20.-22.Juli 1968 wurde das 90-jährige Gründungsfest, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag abgehalten (damaliger Landkreis Kemnath).

Die damaligen Festdamen waren:

Maria Arnold Edeltraud Köstler Hildegard Hautmann

Emma Bauer Christa Köstler Regina Prechtl

Cilli Köstler Hildegard Glaser Maria Kraus

Christl Höss Rita Ehlich Brigitte Pöllmann

Erika Sebald Ottilie Prechtl Marlies Sebald


Ein stolzer Tag für die Mehlmeisler Wehr war der 1. Mai 1969. Die erste Gruppe legte das Leistungsabzeichen in Gold und die zweite Gruppe in Silber ab.

Im Frühjahr 1970 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses am Wirtschlag begonnen. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden der Mitglieder wurde das zweckdienliche Gerätehaus errichtet.

Am 30. Juli 1972 war es dann soweit. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren wurde die Einweihung des neuen Gerätehauses würdig gefeiert. Mit 2 Stellplätzen von einer Größe von 90 Quadratmeter, der Schlauchwaschanlage, dem Schlauchtrockenturm und einem geräumigen, solid ausgestattetem Schulungsraum, war es baulich so konzipiert, das es allen künftigen Erfordernissen gerecht werden sollte.

1971 begann das beharrliche Ringen um ein neues Feuerwehrauto, denn der Zahn der Zeit machte auch vor unseren alten TSF nicht halt. So wurde unser Fahrzeug 1974 wegen Überalterung und technischer Mängel aus dem Verkehr gezogen. In den darauffolgenden Jahren war es schwer für die Feuerwehrmänner bei einem Einsatz gegenwärtig zu sein, wenn man alarmiert wurde. Selbst auch dieses Hindernis wurde soweit, wie nur irgendwie möglich, überwunden.

Denn Ihr Spruch lautete: In Gottes Nammen allezeit, –selbstlos, treu und hilfsbereit. So wurde immer versucht, das Fahrzeug bei Einsätzen so zu positionieren, das man das hintere Nummernschild aufgrund der fehlenden TÜV Plakette nicht sah.

1975 wurde unter den damals ersten Kdt. Manfred Pscherer und zweiten Kdt, Edmund Prechtl, der zugleich Jugendwart war, die erste Jugendgruppe zum Jugendleistungsabzeichen ausgebildet, die dann auch erfolgreich von den Jugendlichen abgelegt wurde.

Die erste Jugendgruppe bestand aus:

Eichner Peter Hautmann Stefan

Buchbinder Peter Popp Alfred

Schenkl Ottmar Pöllmann Stefan

Ehlich Michael Kastner Roland

Im Jahr 1978 feierte man das 100-jährige Gründungsjubiläum mit der Segnung und Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeug LF8 Allrad auf einem Mercedes-Fahrgestell, bestückt mit Atemschutz und Funkausrüstung. Bei dieser Investition der Gemeinde beteiligte sich die Wehr mit einen Betrag von 25.000 DM.

1981 wurde in der Wehr der Wunsch geäußert, den zweiten Stellplatz mit einen Mehrzwegfahrzeug zu besetzen. Dies wurde wiederum aus eigenen Mitteln im gleichen Jahr noch, mit einen gebrauchten Bus der Marke VW für 6.750 DM in die Tat umgesetzt.

1982 wurde das LF8 mit dem technischen Hilfeleistungssatz aufgerüstet. Mit Motorsäge, Notstromaggregat, Trennschleifer, zwei Scheinwerfern mit Stativ und diversen Kleinteilen, jedoch ohne Hydraulikhandpumpe, Spreizer und Rettungsschere. Entstandene Kosten hierfür beliefen sich auf ca.13.000 DM, die ebenfalls von der Wehr aufgebracht wurden.

1989 wurde der 18. Löschzug Mehlmeisel / Unterlind im Landkreis Bayreuth gegründet.

1991 hatte das Mehrzweckfahrzeug, das 1981 angeschafft, wurde, ausgedient und wurde durch ein neues der Marke Ford ersetzt, das noch heute im Einsatz ist.

Im Jahr 1994 trat die Wehr dem Kreisfeuerwehrverband bei.

1995 mußte die alte TS, Baujahr 1963, von der Fa. Ludwig / Bayreuth aufgrund schlechter und nachlassender Leistung, durch eine neue Pumpe der Fa. Rosenbauer / Leonding ersetzt werden.


1992 wurde bereits an einer vereinsinternen Satzung und mit der dazu gehörigen Eintragung ins Vereinsregister gearbeitet, jedoch ohne Erfolg.

1999 wurde die ganze Sache vom neugewählten Verwaltungsrat nochmals in Angriff genommen, und wurde zu einen erfolgreichen Abschluß gebracht. Seither darf die Feuerwehr Mehlmeisel nun den Zusatz e. V. tragen.

Durch die Bestückung der beiden Stellplätze mit den beiden Fahrzeugen war es in unserem Feuerwehrhaus sehr eng geworden. Denn auch das Umkleiden bei Einsätzen und Übungen mußte in der Fahrzeughalle vonstatten gehen.

So hatte man bereits 1996 mit der Planung für den Anbau bzw. der Renovierung, des schon veralteten Schulungsraumes begonnen, wurde jedoch wegen fehlender Mittel, seitens der Gemeinde und des Vereins nichts daraus. Im April 1999 wurde ein zweiter Anlauf genommen und konnte durch harte aber faire Verhandlungen mit der Gemeinde zum Erfolg gebracht werden. Durch einen Grundstückstausch und Zuwendungen von der Kommune konnte noch im Oktober 1999 mit dem Anbau begonnen werden. Darin wird der Umkleideraum, die Atemschutzwerkstatt, das Bekleidungs-zimmer, das Kommandantenzimmer und die Toiletten untergebracht sein.

Nach einer Bauzeit von dreizehn Arbeitstagen und dem unermüdlichen Einsatz der Mitglieder, konnte man Richtfest halten. Parallel dazu wurde mit dem Renovieren des Schulungsraumes und dem Einbau einer Küche begonnen. Durch das Engagement vieler fleißiger Helferinnen und Helfer konnte der Umbau und die Renovierung im Juni 2000 teilweise abgeschlossen werden.

Die letzte Bauphase, das Erneuern der Außenfassade, wird voraussichtlich im Jahr 2003 vonstatten gehen.

Nach 25-jähriger intensiver Arbeit mit der Jugendfeuerwehr, feierte man dann im Jahr 2000, das Fest „25 Jahre Jugendfeuerwehr“, verbunden mit dem Jugenleistungsmarsch.

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, wird die kirchliche Weihe des neuen LF8/6 Allrad auf einem MAN-Fahrgestell, am 4.Mai 2003 sein, die zusammen mit dem 125-jährigen Jubiläum unserer Wehr an drei Tagen festlich begangen wird .

Heute zählt die Wehr 163 Mitglieder. Die Aktiven gliedern sich in 6 Löschgruppen und 14 Atemschutzgeräteträgern auf, wobei der Leistungs- und Ausbildungsstand unserer Wehr beachtlich ist.

Alljährliche Höhepunkte in unserer Wehr sind der traditionelle Kappenabend am Faschingsfreitag in unserem Feuerwehrgerätehaus, sowie der Kirchenbesuch am 4. Mai, der Namenstag unseres Schutzpatrons, dem Hl. Florian, mit Gestaltung des Gottesdienstes für verstorbene und gefallene Mitglieder mit anschließendem Kameradschaftsabend. Desweiteren halten wir traditionsgemäß am Fronleichnams Fest unser Gartenfest am Feuerwehrgerätehaus ab.

Fester Bestandteil im aktiven Bereich ist die alljährliche Löschzugübung mit unseren Schulkindern am 3. Freitag im Oktober auf dem Schulgelände. Die anschließenden Fahrten mit den Feuerwehrautos sind für unsere Schulkinder natürlich ein Highlight und zugleich ein erstes Kennenlernen wie man sich in gefährlichen Situationen verhalten sollte.


gezeichnet: die Vorstandschaft



Notruf 112

Im Notfall richtig verhalten: Die fünf "W"

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